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20 Jahre Bendorfer Weihnachtsrock

Es war einmal.... die Idee ein Festival zu organisieren, das die Festival-Tradition in Bendorf fortführen sollte... doch wer hätte gedacht, dass tatsächlich eine Tradition daraus würde?
Bis 1985 veranstaltete die Stadt Bendorf jedes Jahr ein Rock-, Blues- und Folk- Festival im ehemaligen Bendorfer Hof. Diese Veranstaltung präsentierte Musiker der verschiedenen Musikrichtungen aus der hiesigen Region. Es war eigentlich ganz erfolgreich aber aufgrund der sehr niedrigen Eintrittspreise nicht mehr ohne Verluste durchzuführen. Schliesslich setzte die Stadt Bendorf die Veranstaltung ab, da keine finanziellen Mittel mehr verfügbar waren. Daraufhin setzten sich eine Handvoll Musiker und Musikbegeisterte zusammen, die sich nicht damit abfinden konnten, dass dies schon das Ende des Festivals sein sollte. Sie beschlossen, in privater Initiative und mit verändertem Konzept, das Festival wieder ins Leben zu rufen.  Lokale und überregionale Acts sollten ihr Bestes darbieten und das zu einem moderaten Preis.
Gesagt getan, die alte Turnhalle an der Seilerbahn wurde angemietet, die damals bekanntesten lokalen Bands wie Ekdosis, Grand Slam, Past, und Countdown verpflichtet und mit dem Samstag vor Heiligabend, meist der vierte Advent, ein sehr guter Termin gefunden:
Geboren war das Bendorfer Weihnachtsrockfestival. Das erste Festival war zwar mit ca. 450 Besuchern nicht ausverkauft aber die Kosten waren gedeckt, was zum Weitermachen ermutigte. Die Organisation des Festivals sollte hauptsächlich ehrenamtlich erfolgen, die Musik zu akzeptablen Eintrittspreisen sollte im Vordergrund stehen, nicht der finanzielle Gewinn der Organisatoren. Somit musste von Beginn an auf freiwillige Helfer gesetzt werden, ohne die das Festival nie hätte entstehen können und auch nicht über so viele Jahre hätte fortgeführt werden können. Schon im zweiten Jahr wurde eine vielversprechende Band, die einmal die bekannteste und erfolgreichste deutsche Band werden sollte gebucht: Mit PUR hatte man zum ersten mal einen nationalen Act gebucht, der auch die Halle fast füllte. Das zweite Festival war ein großer Erfolg. Zu dieser Zeit ahnte natürlich keiner was mit PUR noch alles passieren sollte.
Im dritten Jahr war der Durchbruch geschafft, das Bendorfer Weihnachtsrockfestival war bereits drei Tage vor dem Festival ausverkauft. Dafür sorgten die hessischen Mundart Rocker, Rodgau Monotones. Das dritte Bendorfer Weihnachtsrockfestival war der Erfolg schlechthin und brachte dem Festival schon früh Kultstatus.  Seitdem war die weihnachtliche Rocknacht nicht mehr aus dem kulturellem Leben von Bendorf und der Region wegzudenken.  Schon bald wurden die ersten internationalen Acts eingeladen und für jeden Weihnachtsrockfan war der Samstag vor Heiligabend heilig und ein fester Bestandteil im Kalender. Einen herben finanziellen Rückschlag musste die AG Bendorfer Rockfestival hinnehmen, als sie sich entschlosse, das Weihnachtsrockfestival 1991 zu einem Open Air Festival zu machen. Nicht nur Petrus spielte nicht mit und ließ es eine Woche lang in Strömen gießen – natürlich auch an den beiden Veranstaltungstagen – auch der Top Act sagte ab. Ein Spitzenersatz – Luther Allison – war zwar schnell gefunden brachte aber auch nicht die gewünschten Vorverkaufszahlen. Ein trotz aller Widrigkeiten schönes Festival führte so zu einem großen Loch in der Weihnachtsrock-Kasse, das erst vier Jahre später wieder gestopft war. Jedoch konnten auch die schwierigen Zeiten die Organisatoren nicht entmutigen. 
In den ganzen Jahren ist der Anspruch an die Qualität der Musik und ihrer Darbietung immer gestiegen. Das Weihnachtsrockfestival hat mit dieser Entwicklung zu jeder Zeit Schritt gehalten. In relativ kurzer Zeit war aus einer eher amateurhaften Veranstaltung ein professionelles Musikfestival geworden. Einzig der Versuch, die Eintrittspreise nicht in gleicher Weise dem professionellen Musikgeschäft anzugleichen, sondern bei den besucherfreundlichen Preisen zu bleiben, ist nicht immer leicht umzusetzen.


Mit einem Wechsel der Location im Jahre 2001 eröffneten sich für das Festival ganz neue Möglichkeiten: Die große Sporthalle des Gymnasiums in Bendorf hatte eine wesentlich größere Besucherkapazität als die alte Halle. Nun konnten Acts einer ganz anderen Größenordnung gebucht werden. Mit einem Mal standen Bands auf dem „Wunschzettel“ der Organisatoren, an die vorher noch nicht einmal im Traum zu denken war. Sie legten los und fanden mit „Manfred Manns Earthband“ einen internationalen Kracher der die Halle auch schon im Vorverkauf zügig füllte. Zusätzlich konnte Deutschlands beste und bekannteste Queen Coverband „MayQueen“ gebucht werden. Und noch als kleiner Leckerbissen waren die alten Lokalmatadoren „PAST“ mal wieder bereit sich zusammenzuraufen um den Opener zu machen.
Auch Bühne und Technik hatten viel größere Ausmaße und mit zwei Videoscreens bekam das Festival einen absolut professionellen Touch. Die Stimmung war spitzenklasse und sensationell. Die Halle wurde von allen Seiten hervorragend angenommen und auch die Stadtoberhäupter bemerkten schnell, dass eine Rückkehr in die alte Halle nicht mehr möglich war. Der Erfolgsdruck, im Folgejahr eine annähernd sensationelle Show zu liefern war groß und tatsächlich stand erst im letzten Moment das Programm: Mit Voodoo Lounge und den alten Sweet, sollte es wieder ein schönes Festival werden. Allerdings stellte dann die Misslaune eines sehr eigenen englischen Altrockers die Professionalität bei der Durchführung auf eine harte Probe. Beginnend mit der Verspätung der Band Sweet, musste das Publikum zum Bedauern der Organisatoren fast 1 ½ Stunden vor der Halle warten. Der Kommentar von Andy Scott: wir spielen heute Abend nicht wenn jetzt das Publikum Einlass erhält…
Von der Willkür des Künstlers unter Druck gesetzt lagen die Nerven der Organisatoren blank. Durch weibliche Intuition gelang es, das die Band doch spielte und das Festival noch einen positiven Verlauf nahm. Aber die Konsequenz? Nie wieder Sweet! Die Entschädigung folgte ein Jahr später, denn 2003 wurde wahrlich ein Glücksjahr für die AG Bendorfer Rockfestival. Mit dem ersten Topact-Doppel „Mothers Finest“ und „SAGA“ war die Halle zum ersten Mal ausverkauft; und das schon zwei Wochen vor der Veranstaltung. Der Andrang war so groß, sicherlich leicht 50% mehr Karten hätten verkauft werden können.
Dieses Festival war bis dahin der Höhepunkt der Festivalreihe und übertraf alle Erwartungen. Kaum zu glauben, aber seit dem ersten Festival sind 20 Jahre vergangen und unser Jubiläum steht vor der Tür. Die Risikofreude der AG Bendorfer Rockfestival ist ungebrochen, die Dimensionen des diesjährigen Festivals riefen erneut nach einer neuen Location. Die Idee, alles in ein Zirkuszelt zu verlegen, wurde geboren wurde. Geplant ist ein Rock-Party Event, das die Region noch nicht gesehen hat. Ob nun ein neues Weihnachtsrockzeitalter anbricht oder im nächsten Jahr alles wieder in der alten Umgebung stattfindet ist noch ungewiss, jedoch gewiss ist: Mit Fury in the Slaughterhouse, Leningrad Cowboys und Liquido, sowie einem Party – Covertag am Freitag könnte eine neue Ära eingeleitet werden. Das Publikum wird entscheiden, ob etwas Neues und Großes entstehen wird und, ob diese Form des Festivals angenommen wird.
Vielleicht noch ein letztes Wort zu den Preisen, die ja in all den Jahren für die Organisatoren ein ernstgenommenes Thema waren: Auch in diesem Jahr wurde versucht, die Eintrittspreise akzeptabel zu halten, allerdings sind diese natürlich nicht mit den Preisen von vor zehn Jahren zu vergleichen. Auch am Weihnachtsrockfestival gehen die Preissteigerungen nicht spurlos vorüber. Es gilt, dem Anspruch der Bands und des Publikums an die Technik - Ton und Licht – gerecht zu werden, was sich unmittelbar im Preis niederschlägt. Jedoch steht fest, dass das Publikum auch etwas Besonderes, Unvergleichliches in unserer Region geboten bekommt. Nun kommt geströmt und lasst uns ein großes Weihnachtsrockfest feiern, denn Ihr wisst:

 

„Wer vor Heiligabend rockt, hat das Jahr nicht ganz verbockt“