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Revolverheld

Fällt der Begriff DIY (= Do It Yourself) im Zusammenhang mit Musikschaffenden, so bezeichnet das schicke Kürzel zumeist tendenziell unhörbare Rumpel-Produktion ideologisch überambitionierter Autodidakten ohne fachspezifische Grundkenntnisse und erkennbarer Chance auf Wirtschaftlichkeit. In Zeiten, in

denen sich Chartprotagonisten zu allererst durch den Mangel an allumfassender Befähigung zur Erstellung und Umsetzung eigener Song- und Soundideen auszeichnen und ganz zwangläufig in eine grundsolide Abhängigkeit gängiger Produktionsabläufe begeben (müssen), stellt eine Band wie Revolverheld eine spektakuläre und wohltuende Ausnahmeerscheinung dar.

Eines vorweg: Die fünf Jungs selbst sind natürlich viel zu bescheiden, um mit eigenerbrachter Leistung prahlerisch hausieren zu gehen. Ganz im Gegenteil: Man muss Johannes Strate (Gesang), Kristoffer Hünecke (Gitarre), Niels Grötsch (Gitarre), Jakob Sinn (Drums) und Flo Speer (Bass) die Hartfakten rund um die Produktwerdung ihrer beiden Alben geradezu aus der Nase ziehen. Wie auch immer. Fakt ist: Revolverheld schreiben nicht nur ausnahmslos alle ihre Songs und Texte in Eigenregie, wählen die Single-Auskopplungen und deren Reihenfolge ohne Einmischung von außen, bestimmen das Erscheinungsbild der Band und aller Veröffentlichungen höchstselbst, sondern verantworten auch die komplette Studioproduktion mit allem Drum und Dran. Und wir reden hier nicht von einem selbst konfektionierten und –zellophanierten Indie-Release mit Kartoffeldruck-Artwork in einer Auflage von 770 Stück. Das Revolverheld-Debütalbum „Generation Rock“, das insgesamt vier blitzsaubere Media-Control-Hitsingles hervorgebracht hatte (davon drei Top 20 Platzierungen!), verkaufte sich bis zum heutigen Tage allein in Deutschland mehr als 160.000 Mal und ließ damit die Sales-Grenze namens Goldstatus bereits vor Monaten auf Nimmerwiedersehen hinter sich. Eine ohne Einschränkungen mehr als spektakuläre Leistung für den Erstling einer Rockband - zumal erbracht ohne die heutzutage fast schon zwangläufig notwenige Unterstützung einer langfristig begleitenden TV-Show.

Das Erfolgs-„Geheimnis“ der Fünf ist das wohl älteste des Musikbusiness’ überhaupt. Neben dem unleugbaren Talent zur Komposition Hookline-starker Stücke erspielte sich das Quintett seit seiner Gründung im Jahre 2002 mit unzähligen kleinen Gigs und stetig größeren Konzerten konsequent eine beinharte Fanbase. „Mir wurde erst richtig bewusst, auf welchen Erfolgslevel wir mittlerweile angekommen waren, als wir innerhalb eines Jahres zweimal in meiner Heimatstadt Bremen auftraten und beim zweiten Konzert im Herbst 2006 eine doppelt so große Halle wie beim ersten Besuch ausverkauften“, erinnert sich Sänger Johannes Strate. „Dabei hatte mich der Publikumszuspruch beim ersten Auftritt schon komplett umgehauen.“

Bei einer derart konsequent gelebten Fannähe und der daraus resultierenden Live-Erfahrung wundert es dann auch nicht weiter, dass Revolverheld (bzw. die Agenturen Extratours und Scorpio)jüngst für ihre letzt jährige Clubtour mit dem „LEA“-Award ausgezeichnet wurde. Im Rahmen der Verleihung kam es dann auch zur Begegnung mit einem der ganz Großen des Genres – Udo Lindenberg. „Als er uns hinter der Bühne traf, sagte er uns, dass wir wirklich rocken“, erinnert sich Johannes, „das war ein ziemlich geiles Kompliment von jemandem wie ihm.“

Doch auch ansonsten können sich die Musiker nicht über mangelndes Feedback beschweren. Neben den Ergebnissen einer der Fan-aktivsten Band-Homepages der Republik (www.revoverheld.net) auf der minütlich Zuneigungsbekundungen und allerlei Wertschätzungs-Postings eintrudeln, wurden Johannes, Kris, Niels,Jakob, und Flo im vergangenen Jahr auch ganz offiziell als „Newcomer des Jahres“ mit dem Publikumsaward „Eins Live Krone“ ausgezeichnet. Nicht zu vergessen der zweite Platz beim Stefan Raab’schen Bandwettstreit „Bundesvision Song Contest“, bei dem Revolverheld mit ihrem Song „(Scheiß auf) Freunde bleiben“ sensationell den zweiten Platz belegt hatten.

Auf der derlei Lorbeeren auszuruhen ist aber ganz gewiss nicht der Stil und Selbstverständnis im Hause Revolverheld. Sofort nach Beendigung ihrer letztjährigen Live-Verpflichtungen begab sich die Band flugs in ein Hamburger Studio, um die Songs für das zweite Album aufzunehmen, das den Titel „Chaostheorie“ tragen wird. Abermals fiel die Rolle der Produzenten den beiden Revolverheld-Gitarristen Kristoffer Hünecke und Niels Grötsch zu, diedie Aufgabe bereits beim über alle Maßen erfolgreichen Debüt zu aller Zufriedenheit erledigt hatten. Allein ein Studio-Engineer stand den beiden beim verantwortungsvollen Umgang des Produktionsbudgets zur Seite, das im Gegensatz zum ersten Album u.a. den Einsatz eines richtigen Streicher-Ensembles zuließ (arrangiert vom ehemaligen Selig-Bassisten Leo Schmidthals). Etwaigen Druck durch die allseits gestiegenen (Verkaufs-? Erfolgs-? Qualitäts-?)Erwartungen verspürten die beiden jedoch zu keinem Zeitpunkt. „Wir sind einfach ins Studio und haben losgelegt“, erklärt Niels, „wir haben uns nicht vorher hingesetzt und lange diskutiert, in welche Richtung es gehen soll.“ „Insgesamt ist das Album wesentlich reifer“, ergänzt Kris, „sowohl was die Produktion als auch das Songwriting betrifft.“ Herausgekommen ist schließlich ein formvollendetes, top-modernes Rock/Pop-Album, bei dem sich große Balladen und derbe, Revolverheld-typisch Abgeh-Nummern perfekt die Waage halten – und auch langjährigen Genre-Kennern die Identifizierung der einen oder anderen augenzwinkernde Reminiszenz an alte Helden gewährt.

Zuvor erscheint aber pünktlich zum Frühjahr mit „Ich werd’ die Welt verändern“ die taufrische erste Single-Auskopplung: Eine offenherzige Momentaufnahme der Band-Befindlichkeit nach zwei aufregenden Jahren im Musikbiz, in der sich sowohl die Welt um die Hamburger Band als auch die ganz persönlichen Perspektiven der einzelnen Mitglieder verändert haben. Ein Song, der eine junge Band zeigt, die in ihrer noch jungen Karriere bereits sehr viele Eindrücke zu verarbeiten hatte, die sich 2007 musikalisch und textlich in ihrem Songwriting widerspiegeln. Oder wie Johannes Strate es ausdrückt: „Mit 'Ich werd' die Welt verändern' betreten wir musikalisches Neuland, ohne dabei unsere Wurzeln zu vergessen. Der Song steht für Aufbruch und Veränderung - in genau diesem Kontext steht für uns auch unser zweites Album, auf dem neben typischen Revolverheld-Nummern auch sehr ungewohnte Songs zu finden sein werden. ‚Ich werd' die Welt verändern’ treibt, bringt Hoffnung und bewegt durch seine Geschichte und Energie! Für uns ist der Song das ideale Bindeglied zwischen den beiden Alben und live immer einer unserer Lieblingssongs.“

2008 kommt Revolverheld eine ganz große Ehre zu Teil, Sie schreiben den offiziellen DFB-EM-Fansong, der die Deutsche Nationalelf bis ins Finale singt und auf Platz 2 der Media Control Charts schießt!

Nach dieser wahnsinns EM zieht sich die Band zurück und arbeitet an neuen Ideen für ein neues Album... mal sehen was 2009 bringt!