• 1. WRF 1986
  • 2. WRF 1987
  • 3. WRF 1988
  • 4. WRF 1989
  • 5. WRF 1990
  • 6. WRF 1991
  • 7. WRF 1992
  • 8. WRF 1993
  • 17. WRF 2002
  • 18. WRF 2003
  • 19. WRF 2004
  • 20. WRF 2005
  • **** Freitag
  • **** Samstag
  • 21. WRF 2006
  • 22. WRF 2007
  • 23. WRF 2008
  • 24. WRF 2009
  • 25. WRF 2010
  • 26. WRF 2011
  • 27. WRF 2012
  • 28. WRF 2013
  • 29. WRF 2014
  • 30. WRF 2015
  • 31. WRF 2016
  • 32. WRF 2017
  • 33. WRF 2018

Der Kerl, der aus der Kälte kam, klopfte sich seine Boots am Fuß des Tresens ab und bestellte ein Bier. Während er sich im Saal umblickte, greift er die Zigaretten aus seiner Jackentasche und zieht den Bauch genießerisch tief ein.
"Get drunk, get high," die Soundfetzen, die an sein Ohr dringen, lassen ihn aufhorchen: Die 5 Typen dort auf der Bühne sind nicht übel. Kein modischer Schnickschnack, keine Synthesizer oder Rhythmusgeräte. Totaler Verzicht auf coole Schicki-Mätzchen. Nur der reine Rhythm n Blues. Feeling pur, sozusagen. Da knallen die rasanten Gitarrenläufe wie woanders
Sektkorken, wenn das Duo Badorf/Rosemeier seine Saitenkämpfe mit und gegeneinander ausficht. Schweißperlen fliegen durch die rauchig-schneidige Luft. Nur eine kurze Pause gönnen sich die Schwerstarbeiter auf der Bühne, für "ä Zigarettsche". Dann aber walzen sie erneut los und diesmal geht das zunächst lahme Publikum begeistert mit. Die Band wird angefeuert. Vereinzelt bewegen sich einige im bleischweren Rhythmus von Ansgar Sauerborns Bass und Michael Schmelzers Schlagzeug, entlohnt mit dauerndem Applaus. Der Fremde lehnt sich zufrieden an den Tresen: Der Blues lebt weiter. Die "Booze Band", die fern allen Trends und Neuheiten, ihre Linie seit Jahren konsequent und stur verfolgt. Dabei werden sie von Auftritt zu Auftritt besser, denn den Kontakt mit dem Publikum braucht ihre Musik. Und mit Sänger Klaus Badorf, einem mittelrheinischen Rock n Blues Buddha, besitzt die Band ein stimmliches Volumen, das nicht von ungefähr an "Könner" wie Joe Cocker erinnert. Gesamteindruck: ein phantastisches Konzert und eine hervorragende Band, die Stimmung in den laschsten Saal bringt.